Sehr geehrter Herr Professor Hofmann,

sehr geehrte Mitglieder des Ausschusses für Ökologische Stadtentwicklung und Mieterschutz,

bezugnehmend zu den Aussagen von Hr. Schautes zum Bauvorhaben Detlevstraße am 03.12.2020 möchten wie Sie über folgende Standpunkte unsererseits in Kenntnis setzten. Wir bitten darum, unsere Anmerkungen dem Protokoll der Ausschuss-Sitzung vom 03.12.2020 beizufügen.
Bei der Darstellung des Objektes wurde die angerenzende Umgebung von Hr. Schautes sehr ausführlich beschrieben. Leider werden die Grundstücke der Bewohner der eng angrenzenden Gartenstadt nur sehr beiläufig erwähnt. Auch wenn Herr Schautes in seinen Äußerungen das bisherige Partizipationsverfahren lobt, sehen wir uns als unmittelbare Nachbarn, die vom beschriebenen Bauvorhaben direkt betroffen sind, als unzureichend einbezogen. Wir wollen nicht verneinen, dass solche Gespräche stattgefunden haben. Jedoch sehen wir die wirkliche Einbeziehung der Anwohner weiterhin begrenzt. Dies wollen wir in diesem Zusammenhang nur an wenigen Bespielen festmachen. Im Dezember 2019 hatten die Anwohner der Gartenstadt die Möglichkeit, sich im Rahmen der Bürgerbeteiligung erstmals zum B-Plan-Verfahren 11-157 zu äußern. Bis dato sind die Angaben der Einwohner unbeantwortet geblieben. Dies heißt für uns, dass auch die HOWOGE nicht in der Lage gewesen sein konnte, die Anmerkungen entsprechend einzuarbeiten. Es kann dann auch nicht durch die HOWOGE impliziert werden, sie habe die Äußerungen der Bewohner, die zahlreich und aktiv an der Gestaltung teilnahmen, ernsthaft einbezogen. Dies trifft ebenso für die Vorab-Bewertung der architektonischen Entwürfe, realisiert am 07.09.2020, zu. Positiv sahen wir als Anwohnern der Gartenstadt, dass uns die Möglichkeit gegeben wurde, die eingereichten Entwürfe zu bewerten. Allerdings konnten die Entwürfe mit ihren jeweiligen Teilbereichen nur durch folgende, von der HOWOGE festgelegten Attribute, bewertet werden:

Besonders gut / gut / befriedigend / eher befriedigend

Selbst wenn sämtliche Bewertungen im Ergebnis als eher befriedigend eingeschätzt wurden, vermittelt dies aus unserer Sicht den Eindruck, dass zusammenfassend alles befriedigend ist und damit keine Bedenken zu erwarten seien. Die Art und Weise der Bewertungsmöglichkeiten ist für uns bis heute fragwürdig. Im direkten Gespräch mit anwesenden Mitarbeitern äußerten wir dies, erhielten bis heute leider keine befriedigende Antwort.

Dies empfinden wir als sehr schade, weil wir uns erneut als nicht ernsthaft wahrgenommenen Partizipationspartner verstanden haben. Wenn Fotos, die viele Teilnehmer eines Wunschpunsches zeigen, verbunden werden mit der Aussage, die Zahl der anwesenden Menschen impliziere zahllosen Zuspruch, zeigt dies wiederholt, dass immer noch bestehende Problem in der Kommunikation mit der HOWOGE, wie sie Herr Schautes so nicht sehen möchte. Bereits auf Ihrer Ausschuss-Sitzung am 06.06.2019 haben wir auf die fehlende ernsthafte Partizipation und Kommunikation sowie auf den unzureichenden respektvollen Umgangs seitens der HOWOGE hingewiesen.

Wir sind erstaunt darüber, dass bereits mit dem Straßen- und Grünflächen - Amt über die zukünftige gemischte Nutzung der Bennostraße gesprochen wurde und ein Partizipationsverfahren erst geplant sei. In jedem Fall zeugt der von der HOWOGE geplante Ausbau der Bennostraße mit einem Verkehrsknotenpunkt für die Anwohner des neuen Baugebietes in der Detlevstraße zuzüglich einer Wendemöglichkeiten für den LKW-Verkehr des Gewerbegebietes von einer eklatanten Ignoranz der Anwohnerbedenken, die bisher in jedem Partizipationsverfahren eine Rolle spielten. Wir müssen darauf hinweisen, dass die Betonfahrzeuge aus dem Betonwerk nicht über die Bennostraße oder Ecke Detlevstraße fahren. Der Zulieferverkehr wird von einem Abzweig der Gehrenseestraße abgewickelt. Die Anwohner der Bennostraße / Detlevstraße sind also bisher nicht von einem solchen Verkehr belastet worden. Die aktuelle Lage war bzw. ist bereits verkehrsberuhigt.

So wie von Hr. Schautes beschrieben, wird sich demnach die verkehrliche Situation und die damit verbundene Lebensqualität signifikant verschlechtern. Die HOWOGE, diesmal in Vertretung von Hr. Schautes zeigt damit wiederholt, dass sie die Bedenken der Anwohner der Gartenstadt bewusst ignoriert oder aber nicht ausreichend recherchiert, um ihr geplantes Bauvorhaben nicht zu gefährden. Wir empfinden dies als Täuschung der Mitglieder Ihres Ausschusses.

Es ist grundsätzlich positiv zu bewerten, dass neue Bauvorhaben so ausgerichtet sind, dass sich die zukünftigen Bewohner durch Kombination von Wohnen - Arbeit - Erholung wohlfühlen. Wie Sie aus dem Vortrag von Hr. Schautes erfahren haben, wird alles darauf ausgerichtet. So wie die Planungen des Bauvorhabens Detlevstraße aktuell aussehen, bleiben die Anliegen der Anwohner der Gartenstadt leider weiterhin unberücksichtigt. Beispielhaft sei an dieser Stelle nur die Beschreibung des Sonnenaufganges erwähnt, mit dem Hr. Schautes die Qualität des Wohnens für die zukünftigen Mieter seines Projektes bewirb. Leider wurde von ihm vergessen zu erwähnen, dass die Belichtung durch den direkten Sonneneinstrahl aufgrund einer geschlossenen bis zu 7-geschossigen Wohnriegelbebauung auf 400m Länge für die Gartenstadt, insbesondere für die Detlevstraße und die unmittelbar dahinterliegenden Grundstücke, massive Einschränkungen der bisherigen Lebensqualität bedeutet. Das o.g. ausgewogene Maß von Wohnen - Arbeit -Erholung scheint für die Bestandsbewohner nicht nur damit ad absurdum gelegt worden zu sein.

Wie möchten nochmals darauf hinweisen, dass wir als Anwohner der Gartenstadt nicht grundsätzlich gegen die Bebauung des Grundstückes durch die HOWOGE sind. Wir möchten in Gespräche kommen, aus deren Ergebnis ersichtlich wird, dass wir als unmittelbare Nachbarschaft in allen Anliegen erstgenommen werden.

Abschließend bedanken wir uns für das Interesse und die bereits stattgefundenen Gespräche mit Vertretern verschiedener Parteien, die unserer Einladung bereits gefolgt sind. Wir konnten bereits unseren Bausenator zu einem persönlichen Gespräch gewinnen und würden uns weiterhin darüber freuen, mit den Vertretern der Parteien im Gespräch zu bleiben.



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